Dachträgerwerbung
Nachdem der erste Versuch der Vertreiber von Werbedachträgern, eine Beleuchtung der sperrigen Platten durchzusetzen, abgelehnt wurde, steht uns nun ein weiterer Versuch bevor. Der hauptsächliche Grund der Ablehnung waren lichttechnische Zulassungsvorschriften. Einige Bundesländer mit FDP-Regierungskoalitionen stimmten schon damals dafür. Aus derselben Ecke soll nun ein erneuter Vorstoß kommen, der Erfolg versprechender zu sein scheint, weil die Bundesländer mit FDP-Koalitionen eben mehr wurden. Ziel einer Anfrage des FDP-Politikers Döring soll ein Versuch in den Bundesländern sein in denen die FDP mitregiert. Welchen Aktionismus die FDP an den Tag legt, ist am Beispiel des Umgangs mit der Feiertagsruhe abzulesen. Die Feiertage in Bayern sind mit Ausnahme der drei bis vier weltlichen Feiertage aus religiösen Gründen eingeführt. Der Vorschlag auch an diesen wenigen Tagen Discobetrieb zu genehmigen ist halbherzig. Warum schafft man diese Tage nicht ganz ab? Die Dachträger sind unbeleuchtet schon keine Zierde für ein seriöses Beförderungsmittel. Manche Fahrer klappen diese Windfänger verschämt um, das ist auch nicht schöner. Es mag sein, dass die Dachträger etwas mehr einbringen als die Kosten des erhöhten Spritverbrauches. Sollte der sinnlose FDP-Aktionismus durchdringen, wäre die Ordnung im Taxigewerbe total hinüber. Schon jetzt sind Taxis mit „Dachplatten“ mit zwei Taxidachleuchten ausgestattet. Bei auffälliger Beleuchtung von irgendwelchen mehr oder weniger geschmackvollen Reklameflächen ginge eine ordnungsgemäße Erkennbarkeit für Fahrgäste verloren. Wer könnte verhindern, dass Taxis nicht wie Christbäume leuchten? Die Nürnberger Kollegen haben dem Spuk bereits ein Ende gesetzt. Die Generalversammlung beschloss mit großer Mehrheit eine Untersagung der „Dachplatten“. Gegner des Beschlusses zogen vor Gericht. Der Rechtsstreit endete mit einer BGH-Entscheidung, die den Mitgliederbeschluss als rechtmäßig befand. Auch die Mitglieder der Taxi-München eG sollten in der nächsten Generalversammlung entscheiden wohin die Reise gehen soll. Die Zeit der zügellosen Deregulierung muss vorbei sein. Die Bankenkrise hat ihre Ursachen auch im Wegfall von vernünftigen und notwendigen Regulierungen. HM
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